Regionaler Bauerntag Suisse Romande

27.02.1016 in Estavayer-le-Lac

Die Freude und Entspannung waren an dieser christlichen Zusammenkunft auf den Gesichtern der Teilnehmer, welche zahlreich mit ihrem Ehepartner oder der Familie gekommen waren, deutlich sichtbar. In der Landwirtschaft ist die Familie besonders wichtig, man vertraut und ergänzt einander, nicht nur bei der Arbeit. Das Zusammenspannen in den Anstrengungen und in Notsituationen erlauben es umso mehr, den Wert der Erholung und des Aufbaus an einem solchen Tag zu geniessen. Welche Freude und Überraschung, Freunde anzutreffen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat!

Aus der ganzen Westschweiz und sogar aus Frankreich und der Deutschschweiz, kamen die Bauern und Bäuerinnen im grossen, einladenden und praktischen Saal „La Prillaz“ zusammen, um einen Tag der Ermutigung und des Austauschens zu erleben. Das Thema lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: „Bauer, halt fest!“

Es tut auch gut, durch ein Zeugnis eine Antwort zu erhalten und zu merken, dass man nicht alleine in verzwickten Situationen steht, sondern dass auch andere damit zu kämpfen haben.

Wie schön, das feine Mittagessen geniessen zu können, ohne es zubereitet zu haben und ohne anschliessend alles aufwaschen zu müssen, und von motivierten und aufgeschlossenen Jugendlichen bedient zu werden! Dieser Tag prägte die meisten Teilnehmer, weil er verschiedene Elemente wieder ins Gleichgewicht brachte, wie Ehe und Familie, Natur und Arbeit, Mensch und Gesellschaft, usw. - alles in der Souveränität Gottes.

Die regionalen Bauerntage und die jährlichen Bauernkonferenzen sind eine Frucht des Bauerngebets. Verteilt über einen grossen Teil des Landes, stellen die Bauerngebetsgruppen ein riesiges Lebenspotential dar, ein erstaunliches Kulturgemisch.

Das Beste in jedem Einzelnen kann sich offenbaren, wie bei Edelsteinen, welche am Anfang matt und erdig sind, dann aber durch den fachmässigen Schliff dank ihrer Reinheit einen grossen Wert erhalten. Seid ihr euch bewusst, welchen Edelstein ihr darstellt?

Der Bauerntag in Estavayer war der dritte in der Westschweiz. Der erste fand 2012 in Yverdon statt. Diese Bauerntage wechseln sich alle zwei Jahre ab mit der schweizerischen Bauernkonferenz in Winterthur.

Den Leitfaden dieses Tages bildete ein Schauspieler-Ehepaar, als Bauern-Ehepaar, welches sich viele Fragen über die Zukunft dieses Berufes stellte, deren Lage sowohl politisch wie auch wirtschaftlich sehr prekär ist. Verschiedene Zeugnisse über Gottes Erhörung in ihren Lebenssituationen, manchmal auch in ihrer Verzweiflung, gaben Ansätze zu Antworten dazu.

Wir waren weit entfernt vom Bild des staubigen, langweiligen, manchmal auch allergieanregenden Christentums. Vom Leben als Ehepaar über das Thema der Finanzen, der Kulturen und des Viehs, ja sogar des Wetters, kamen zahlreiche Themen aus dem Lebensalltag zum Wort. Diverse Aspekte von Ungerechtigkeiten und Einschränkungen in der Landwirtschaft wurden symbolisch durch das Durchschneiden von Ketten (mit einem Monsignore Clip, bitte sehr!) und das Zerschlagen eines Joches gebrochen.

Dem Verein „Solidarité Paysans Romandie“ wurde die Gelegenheit gegeben, sich vorzustellen. Unabhängig von den Bauerngebetsgruppen, jedoch im Gebet von ihnen getragen, hat dieser Verein zum Ziel, den Bauern in der Not zu helfen. Der Verein lebt in der Abhängigkeit von Gott und zählt auf den Einsatz seines Vorstandes und die Unterstützung seiner Freunde und Spender.

Am Ende der Zusammenkunft verabschiedeten sich die Teilnehmer mit einem erleichterten Herzen, mit dem Vertrauen auf Lösungen für die Herausforderungen in der Landwirtschaft, aber auch mit praktischen Antworten auf ihre persönlichen Fragen.

Bewusst, dass uns der von unseren Institutionen und manchmal auch von uns „Grosse Vergessene“ noch etwas zu sagen hat…

In der Freude, euch alle bald wiederzusehen!

Claude Jaccoud