Regionaler Bauerntag Ostschweiz

09.01.2016 in Neukirch-Egnach

"Auf was vertraust Du?"

Der Moderator Daniel Seifert aus Sevelen SG fragte zum Anfang das Team des Ostschweizer Bauerntages vom 09.01.16: „Auf was vertraust Du?“
Da kamen Antworten: Auf meine grauen Haare, auf meine Frau, auf Google, auf die Technik, auf das Handy… Marcel Bäni aus Igis GR erläuterte in einem kurzweiligen Referat mit tiefgründigen Argumenten, dass mit viel Liebe und Vertrauen auf unseren Schöpfergott eine Treue entsteht, die das Fundament für uns Menschen im Alltag legt.

Bei „schönstem“ Regenwetter konnten die Bäuerinnen und Bauern mit gutem Gewissen den Weg nach Neukirch-Egnach auf sich nehmen, ohne etwas auf Feld und Wiese zu verpassen. In der schön dekorierten Mehrzweckhalle war alles bereit für einen gemütlichen Tag. Ab 09.00 Uhr trafen die Besucher aus nah und fern ein. Bei Kaffee und Zopf konnten Freund- und Bekanntschaften gepflegt und geknüpft werden. Pünktlich um 09.45 Uhr begrüsste uns die fünfköpfige Band mit Lobpreisliedern. Mit dem Lied „Grosser Gott wir loben Dich“ erschallte der ganze Saal in einheitlicher Stimme.

Der Moderator begrüsste die über 200 Besucher im Saal. Gäste aus allen Ostschweizer Kantonen und sogar aus dem benachbarten Süddeutschen Raum fanden den Weg nach Neukirch. Auf die Frage nach dem Vertrauen am Anfang wurde bald klar, dass die antwortenden Personen abgesprochene Antworten gaben. So wurde der Tag dann mit einem Psalm eingeleitet: „Auf dich, Herr, werden alle vertrauen, die dich und deinen Namen kennen, denn wer deine Nähe sucht, den lässt du nie allein.“ (Psalm 9.11).

Der Hauptreferent Marcel Bäni (bekannt als Kursleiter von der BUL) nahm den Saal mit seiner kurzweiligen Art ein. Seine Lebensgeschichte, aber auch konkrete Situationen, wie man Gott vertrauen kann, wurden an Anschauungsbeispielen gezeigt. Jeder soll spüren, dass es befreit, wenn der eigene Schatten hinter sich gelassen ist und man ihn nicht immer vor sich anschauen muss. Dafür muss man sich aber umdrehen… Denn Jesus sagte „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Finsternis umherirren, sondern wird das Licht des Lebens haben“. (Johannes 8.12.)

Mit einem ersten Zeugnis aus dem Leben eines Vaters mit seinem Sohn wurde vor Augen geführt, wie Gottes Liebe immer wieder eingreift. Der Vater hat einen Angriff einer Mutterkuh auf der Alp fast schadenfrei überstanden, er könnte aber auch gerade so gut nicht mehr da sein… Die anschliessende Gebetszeit für die Politiker und verantwortlichen Personen in unserem Land beendeten wir mit dem Unser Vater Gebet, dann stand der Mittag vor der Tür.

Im Aussenbereich wurden Pommes mit Chicken Nuggets vorbereitet, so dass die Besucher innert kurzer Zeit alle mit dem Mittagessen bedient wurden. Beim mitgebrachten Kuchenbuffet und Kaffee wurde die Mittagszeit rege für die Bekanntschaftspflege genutzt.

Als die Band um 13.45 Uhr mit dem ersten Lied die Leute wieder sammelte, berichtete Alois Burger vom Team der Bauernkonferenz über die Geschichte Bauernbewegung und die Schwerpunkte des Bauerngebetes. Er ermutigte uns fürs Bauerngebet und zur gegenseitigen Unterstützung.

Die Kraft des gemeinsamen Gebets unterstrichen Zeugnisse von Bäuerinnen und Bauern. So durfte sich ein Bauer über den Kuhglockenlärm am Heiligabend freuen, weil er bis dahin seine Galtkühe noch auf der Weide hatte und so den Heuvorrat schonen konnte. Oder eine Bäuerin, die durch ein altes Kirchenlied in einer schwierigen Zeit im Spital wieder neuen Mut gefasst hatte.

Es ist einfach schön zu hören, wie Erlebnisberichte aus dem Bauernleben aufzeigen, wie Gott überall und zur jeder Situation eingreifen kann, und dass wir auf ihn vertrauen können. Um 16.00 Uhr wurden dann die Dankesworte gesprochen. Danach waren alle noch zu einem Zvieri eingeladen und wer musste, konnte aufbrechen. Die anderen hatten noch Zeit für Gespräche. So gingen viele Bauernfamilien gestärkt und mit einem fröhlichen Gesicht wieder nach Hause.

Daniel Tschannen