Regionaler Bauerntag Ostschweiz

«ICH STOH UF!» – 4. JANUAR 2020 IN NEUKIRCH-EGNACH (TG)

Zum Auftakt im neuen Jahr fand am Samstag, 4. Januar 2020, in Neukirch-Egnach (TG) der Regionale Bauerntag Ostschweiz statt. Der Tag wurde von Ostschweizer Bäuerinnen und Bauern aus verschiedenen Kirchen vorbereitet. In der Rietzelghalle versammelten sich rund 200 Bäuerinnen, Bauern und Freunde aller Altersstufen. Der Tag war gespickt mit lüpfiger Musik, Jauchzern, spannenden Vorträgen und tiefgehenden Erlebnisberichten von Bauernfamilien – direkt aus dem Leben.

Mit stimmiger, rustikaler Dekoration aus Holz und Schleierkraut wartete das Organisationsteam auf. Auch für kulinarische Verpflegung war gesorgt. Frischer Zopf und Kuchen, von den Bäuerinnen selbst gebacken, versüssten den Tag. Am Mittag sorgten Chnusperli, Pommes und Kürbissuppe für das leibliche Wohl der Gäste. Abgerundet wurde der Bauerntag von einer Musikgruppe, die fätzige Lieder sowie altbekannte Töne wie den Schweizerpsalm oder «Lueged vo Bärge und Tal» zum Besten gab.

Die Gastreferentin, Monika Riwar, erzählte den anwesenden Bäuerinnen und Bauern aus ihrem Erfahrungsschatz über ein Leben in Freiheit. Die evangelische Theologin ist zudem auch Supervisorin und Beraterin, sie engagiert sich mit dem Bildungszentrum «bcb» für Christliche Begleitung & Beratung. Sie motivierte die Anwesenden, sich zu hinterfragen, was einen gesunden Selbstwert ausmacht und betonte auch den entscheidenden Einfluss der Herkunftsfamilie. Ein Teil ihrer Botschaft beinhaltete, dass wir von Gott geschaffene Originale sind, so einzigartig, dass wir alle einen individuellen Fingerabdruck haben, und doch so ähnlich, dass wir uns alle verstehen können. Sie ermunterte die Anwesenden, sich täglich daran zu erinnern und sich selbst schätzen zu lernen. Unseren Mitmenschen aufrichtig gemeinte Komplimente zu machen lautete ein weiterer Tipp der Pfarrerin.

Die persönlichen Erlebnisberichte von Bäuerinnen und Bauern waren direkt, kompromisslos und ehrlich. Eine kürzlich erfolgte Hofübergabe, die nach Loslassen von starren Vorstellungen zu einer echten und tiefgreifenden Versöhnung zwischen den Generationen führte; die Unterschiede von der strukturierten Schweiz zum oftmals chaotischen Kambodscha in Südostasien oder Ereignisse, die einem Betriebsleiter wirklich an die Substanz gehen, wie kurz aufeinanderfolgende Totgeburten bei seinen Kühen. In der bunten Vielfalt der Berichte fand sich ein gemeinsamer Nenner: Freunde an der Seite zu haben, die einem beistehen und einen ermutigen, wenn es mal nicht rund läuft. Freunde, die einem zeigen, wie man wieder aufsteht.

Überraschungsgast Markus Ritter, Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbandes, richtete sich mit einem Grusswort an die Anwesenden und ermutigte sie dazu, nicht aufzugeben, gute Gedanken zu pflegen und das, was wirklich zählt, nie aus den Augen zu verlieren. Mit einem Segensgebet wurde Markus Ritter verabschiedet.

So verschieden die Besucherinnen und Besucher des Bauerntages auch waren, verband sie doch eines: Der Glaube und das Festhalten an einem Gott, der den Einzelnen sieht und niemanden vergisst, auch wenn die Ernte schlecht ausfallen mag oder sich Probleme nur so vor einem aufzutürmen scheinen. Das Schlusswort, das den Anwesenden mitgegeben wurde, bevor sie zum Melken, Kochen oder einfach wieder in ihr Zuhause und somit in den Alltag aufbrachen: Du bist einzigartig, ein Original, geschaffen von Gott und daher wertvoll. Erinnere dich jeden Tag daran und deine Mitmenschen ebenso.

Xenia Krähenbühl

Wir sind sehr dankbar für Gottes wirken während den Bauerntagen. Finden Sie hier einige Berichte von Erfahrungen mit Gott aus den verschiedenen Regionen »